12. června 2010

Den Schatz im Herzen zu bewahren

P. Stanislav Přibyl, CSsRPredigt für die Vigil des Krönungsfestes

 

Liebe Freunde,

jedes Jahr feiern wir auf dem Heiligen Berg das Krönungsfest am dritten Sonntag nach den Pfingsten. Es fällt jedes Mal auf einen anderen Tag, trotzdem ist es immer in demselben Kontext. Am Tag vor dem Krönungsfest gibt es jedes Jahr den Gedenktag des Unbefleckten Herzens Mariens. Auf dem Heiligen Berg ist dieser Gedenktag leider ein bisschen im Schatten des erwarteten Hochfestes.

Der Gedenktag des Unbefleckten Herzens Mariens ist ein Abglanz des großen Hochfestes, das wir gestern feierten, nämlich des Hochfestes des Heiligsten Herzens Jesu. In vielen Kirchen - ebenfalls in der Basilika auf dem Heiligen Berg - finden wir ein Paar der Bilder oder Statuen: des Herzens Jesu und des Herzens Mariens.

Das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu ist das Hochfest der Liebe Gottes zum Menschen, es ist das Hochfest liebenden Gottes, der uns als der Erste liebte. Die Liebe, die oft mit einem kleinen Herzen, auch mit dem von einem Wallfahrtsort geholten Lebkuchenherzen, dargestellt wird, ist keine unsere Initiative oder Erfindung. So ahmen wir bloß die Liebe dreifaltigen Gottes nach. Seine Liebe, die bei der Erschaffung der Welt gesprudelt wurde und stets in der Geschichte der Erlösung gesprudelt wird. Der Höhepunkt der Liebe Gottes zum Menschen ist dann das Leben fleischgewordenen Gottes, Jesu, und vor allem sein erlösender Tod. Es ist kein Zufall, dass die Kirche unter dem Kreuz entsteht, wenn der sterbende Jesus seine Mutter einem der Menschensöhne, dem Apostel Johannes, anvertraut, und wenn wir Menschen, mittels Johannes, Maria zu Mutter bekommen. Die Heilige Schrift zeugt davon, dass als der Hauptmann mit der Lanze in Seite Jesu, also in Herz, stieß, floss sogleich Blut und Wasser heraus. Von dieser Leben spendenden Quelle lebt die Kirche von Anfang an und wird bis zur Ewigkeit leben.

Und wie ist das Herz Mariens? Es ist das Herz der ersten Apostelin Jesu. Maria als Mutter Jesu verstand ihrem Sohn am besten, wie es bei den Müttern ja üblich ist. Deshalb handeln die Mütter auch manchmal, von außen gesehen, unlogisch und unserer Meinung nach zu liebenswürdig. Genauso handelt Maria im heutigen Ausschnitt des Evangeliums. Zusammen mit Josef suchte sie Jesus drei Tage. Wir können uns sicherlich Angst, Grauen und Furcht, die sie erleben musste, vorstellen. Wenn sie sich endlich wieder treffen, kommt es zu keiner Szene, wie es bei uns Menschen meistens ist, wenn Angst und Spannungen vorbei sind und wenn die Nerven durchgehen. Maria stellt nur eine Frage: „Kind, wie konntest du uns das antun?" Zusätzlich zu ihrer mütterlichen Sorge können wir an ihr die Ehre des Menschen zum Schöpfer, des Menschen zu Gott, beobachten.

Genauso sollte es in unserem Fall sein. Unser Leben ist eine Suche nach Jesus. Oft suchen wir ihn an einem falschen Ort. Schließlich finden wir ihn jedoch dort, wo er doch logisch sein musste, also im Tempel. Werfen wir wie Maria nicht vor, dass er sich vor uns versteckte, aber fragen wir nur. Und bewahren wir die Antwort wie Maria in unserem Herzen.

Wir kamen auf den Heiligen Berg auf Wallfahrt. Genauso wie Jesus mit den Eltern nach Jerusalem. Ich wünsche Ihnen und auch mir, dass wir das Ziel erreichen, dass wir uns schließlich mit Jesus treffen und dass wir das, was wir von ihm hören, ähnlich wie Maria, im Herzen - wie der kostbarste Schatz - bewahren.

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