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Führer durch Svatá Hora  

Das zentrale Heiligtum - die von Kapellen umgebene Basilika Mariä Himmelfahrt - steht auf einer rechteckigen steinernen Terrasse in dem von Umgängen umrahmten Innenhof. Der nördliche und südliche Umgang haben jeweils neun Arkaden, der östliche und westliche jeweils fünf. In den Ecken befinden sich Kapellenräume mit achteckigem Grundriss und einem Glockendach mit Laterne. In jedem Umgang findet man außerdem noch seitlich jeweils zwei offene Kapellennischen, deren Altäre in die Außenwand eingesetzt sind. Sie sind alle der Muttergottes geweiht. An der Ostseite befindet sich noch in der Mitte unter dem Glockenturm die kleine sogenannte Allerseelenkapelle. Der nördliche Umgang wird von einem Uhrturm überragt. Von außen schließt sich der Anlage an der Nordostseite die zweigeschossige Residenz an und an der Nordwestseite der berühmte überdachte Treppenaufgang, der den Heiligen Berg mit der Stadt Příbram verbindet. Die Umgänge sind vom Osten her durch das Haupttor bzw. Prager Tor, vom Süden durch das Tor von Březnice und vom Nordwesten über die erwähnte überdachte Treppe zugänglich. Das Prager Tor bildet den mittleren Teil der Ostfassade, der seitlich durch zwei turmförmige Risaliten abgegrenzt ist, die oben mit einer durchbrochenen steinernen Balustrade abgeschlossen sind. An den Ecken der Balustrade sind jeweils vier Statuen der alttestamentlichen Propheten angebracht. Auf der südlichen Balustrade sind es: Jeremia, Jesaja, Sacharja und Micha. Auf der nördlichen: David, Daniel, Ezechiel, Abdias. Auf einer ähnlichen Brüstung zwischen diesen Türmen stehen sieben Büsten von heiliggesprochenen Herrschern: hl. Wenzel, hl. Stephan, hl. Leopold, hl. Heinrich, hl. Ferdinand, hl. Ludwig, hl. Kasimir. Ein Teil der Brüstung und drei Statuen der Propheten sind das letzte Werk des Bildhauers Matthias Hueber von Příbram, die restlichen Teile sowie die plastischen Umrahmungen der Fenster des Sommeroratoriums schuf Johann Brokoff im Jahre 1702. Das gesamte Prager Tor wurde im Jahre 1732 aus Anlass der festlichen Krönung der gnadenreichen Marienstatue mit illusionistischen Malereien bedeckt. Diese von Fr. Müller und K. Lang stammende Ausschmückung war nicht wetterfest genug und verblich im 20. Jh. völlig.

Das Prager Tor ist mit einem Portal bestückt. Es wurde vom Steinmetz Johann Ulrich Mannes in den Jahren 1702 bis 1706 nach einem Entwurf aus der Werkstatt von Christoph Dientzenhofer gefertigt, der in dieser Zeit am Bau der Kirche der Paulaner im nahe gelegenen Ort Obořiště tätig war. Die Tatsache, dass sich Christoph Dientzenhofer an der Gestaltung der Anlage auf dem Heiligen Berg beteiligte, wird später urkundlich belegt. Die auf dem Portal befindlichen Statuen der Muttergottes vom Heiligen Berg, des hl. Ignatius und des hl. Franz Xaver, sowie die beiden Engelstatuen auf dem Treppengeländer fertigte Johann Ulrich Mayer im Jahre 1706. Die bauliche Gestaltung des Portals gehört im Rahmen der Gruppe von radikal barocken Werken zu den schönsten und künstlerisch anspruchsvollsten. Ähnlich kann auch das Portal des Tores von Březnice eingestuft werden, das im Jahre 1707 fertiggestellt wurde. Es wurde von den Steinmetzmeistern J. U. Mannes und Fr. Herstorffer geschaffen. In der Nische über dem Portal steht eine große steinerne Kopie der Muttergottesstatue vom Heiligen Berg und seitlich auf dem Segmentgiebel die Statuen des hl. Joachim und der hl. Anna. Die Attika zwischen den Türmen trägt sechs steinerne Büsten: hl. Simon, hl. Judas Thaddäus, hl. Jakobus der Ältere, Maria des Jakobus, Maria Salome und hl. Maria Magdalena. Diese Statuen sind die ersten bekannten und belegten Arbeiten von Andreas Philipp Quitteiner aus dem Jahre 1707. Hinter dem Portal des Prager Tores öffnet sich beim Betreten des Umgangs ein überwältigender Blick über die breite Treppe hinauf zur großen offenen Loggia mit drei Arkaden an der Schauseite. Die sichtlich höhere mittlere Arkade ist oben mit einem Dreiecksgiebel abgeschlossen, welcher die gesamte Dreieckskomposition und die Vertikalität unterstreicht, die vom ebenerdigen Umgang über die steinerne Terrasse, die niedrigeren Arkaden bis hin zur hohen mittleren Arkade, in deren tiefem Raum der gewaltige Altar der Krönungskapelle angebracht ist, hochstrebt. Es ist eine großartige und in Böhmen einzigartige bauliche Lösung. Eine ähnliche Loggia mit drei offenen Kapellen stand ursprünglich auch an der Westseite.Nach den im Jahre 1659 ausgearbeiteten und verabschiedeten Bauplänen wurden im folgenden Jahr die Grundsteine der Eckkapellen gelegt, und man begann die Umgänge zwischen ihnen zu bauen - zuerst den Westumgang (erbaut bis 1667) und fast gleichzeitig auch den südlichen. Der östliche Umgang wurde 1671 fertiggebaut, der nördliche erst im Jahre 1673. Unter dem westlichen Umgang befindet sich eine geräumige Krypta. Der östliche Umgang hat im Obergeschoss zum Innenhof hin die sogenannte Sommerempore.An den Wänden der Umgänge findet man in den Stichkappen 21 Bilder, die sich auf die Sagen und die Geschichte des Heiligen Bergs beziehen. Begleitet werden sie von entsprechenden Texten, welche die abgebildeten Geschehnisse beschreiben. Die ältesten wurden angeblich noch bei den Jesuiten gemalt, sie wurden jedoch gegen Ende des 19. Jh. übermalt. Weitere wurden dann von Joseph Mathauser geschaffen. Am Deckengewölbe der Umgänge kann man naive Darstellungen von hundert verschiedenen Unfällen, Unglücksfällen oder drohenden Gefahren sehen, bei denen die Muttergottes vom Heiligen Berg allen, die sie um Hilfe baten, geholfen hat. Der Künstler ließ sich von den hiesigen Annalen inspirieren und gab sogar das Jahr der betreffenden Begebenheit an. Im Ostumgang sind verschiedene Abstürze - vom Turm, vom Pferd, vom Wagen - dargestellt, also Gefahren, die Höhen mit sich bringen. Im Südumgang sind die durch Krieg, Pest und wilde Tiere verursachten Unglücksfälle dargestellt. Im Westumgang gefährden den Menschen Feuer, Feuergefecht, Schwert oder Blitz, im Nordflügel wird das Wasser als drohende Gefahr dargestellt.In allen Kapellen, die sich in den Umgängen befinden, sind die ursprüngliche Stuckatur an den Gewölben sowie die ursprünglichen gemauerten und mit Stuck verzierten Altäre erhalten. Die omamentale und - bis auf einige Ausnahmen - auch die figurale Stuckausschmückung gehört hinsichtlich ihres künstlerischen Wertes zu den größten Kostbarkeiten des gesamten Wallfahrtsortes.Nachdem die Jesuiten den Heiligen Berg verlassen hatten, wurden die Malereien über längere Zeit nicht renoviert, die Farbe blätterte ab, und die Darstellungen waren nicht mehr zu erkennen. Die Redemptoristen ließen die Altarbilder übermalen oder neue fertigen, nämlich dort, wo sie das Patrozinium der Kapellen änderten. In den Jahren 1872-1881 beauftragten sie mit dieser Arbeit Johann Umlauf, der auch die Heiligenbilder seitlich der Altäre malte. In den Kapellen waren an den Altären oder an den Seiten in den Stuckkartuschen die Wappen der Stifter bzw. der Mäzene abgebildet, welche die Kosten für die Ausschmückung trugen. Die Farben blätterten auch hier ab, und die Wappen wurden leider nie wieder erneuert. Die meisten Deckengemälde in den Umgangskapellen stellen die Invokationen aus der Lauretanischen Litanei dar. Die erste Kapelle nördlich vom Haupteingang ist die Kapelle der Geburt Mariä. Sie wurde im Jahre 1666 von Maria Eva Elisabeth von Tiefenbach, geb. von Sternberg, gestiftet. Diese verstarb bereits im Jahre 1668, und deshalb trug später die Kosten für die Ausschmückung ihre Schwägerin, Ludmila Benigna von Sternberg, geb. von Říčany. Über dem Altarbild befinden sich deshalb die Wappen der Familien von Sternberg und von Říčany. Die Kapelle wurde im Jahre 1671 ausgeschmückt. Das Altarbild zeigt die „Geburt Mariä", an den Seiten sind die hl. Katharina von Seina und der hl. Wenzel abgebildet. Die Gemälde entstanden im Jahre 1873.

Für die Kapelle des Tempelgangs Mariä (südlich vom Eingang) stiftete im Jahre 1661 Franz Hovora Berka von Dubá die finanziellen Mittel, doch er erlebte nicht einmal die Grundsteinlegung, da er 1663 starb. Seine Frau, Maria Antoinette, geb. von Berlaymont, ließ dann die Kapelle fertigbauen und ausschmücken. Ihr Allianzwappen befand sich in der Mitte über dem Altarbild „Tempelgang Mariä". An den Seiten sind die Bilder des hl. Nikolaus und der hl. Katharina von Siena aus dem Jahre 1875. Die Deckengemälde malte im Jahre 1740 Jan Jiří Kubát. J. Mathauser restaurierte sie im Jahre 1895. In der Südostecke befindet sich die achteckige Kapelle der Verkündigung an Maria, die auch Prager Kapelle genannt wird. Ihr Bau und ihre Ausschmückung wurde in den Jahren 1661-1705 von den drei Prager Städten (der Altstadt, der Neustadt und der Kleinseite) finanziert. Der eigentliche Bau war zwar bereits 1667 fertig, aber der Vertrag mit dem Stuckateur Santino Cereghetti wurde erst am 4. Juni 1675 abgeschlossen. Die Deckenstuckatur schuf Cereghetti noch im selben Jahr, die an den Wänden jedoch erst 1696. In diesem Jahr malte auch J. J. Steifels von Steinfels die acht Deckengemälde der heiligen Fürbitter des Landes Böhmen, und der Steinmetz Paul Graffnetter lieferte die zwei Granitportale, die er nach einem Entwurf aus der Werkstatt von Christoph Dientzenhofer angefertigt hatte. Im Jahre 1697 malte Petr Brandl das Altarbild „Verkündigung an Maria". Es ist das schönste Bild auf dem Heiligen Berg. Das Original hängt in der Residenz nebenan, auf dem Altar befindet sich eine Kopie. Die Gittertore fertigte J. J. Knobloch im Jahre 1712.

Neben der Prager Kapelle findet man im Südumgang eine Nischenkapelle, die ursprünglich als Kapelle der Heimsuchung Mariä errichtet wurde. Etwa um das Jahr 1873 wurde sie neu als Kapelle der Verlobung Mariä geweiht. Den Geldbetrag für den Bau stiftete bereits im Februar 1660 (lange vor der Grundsteinlegung) Maria Eva Elisabeth von Tiefenbach. Im Jahre 1665 übernahm sie jedoch die Schirmherrschaft über die Kapelle der Geburt Mariä. Um den Bau der Kapelle Heimsuchung Mariä (Verlobung Mariä) kümmerte sich weiterhin ihr Neffe Karl Ignaz von Sternberg. Als jedoch der Südumgang im Jahre 1667 fertiggebaut wurde, überließ er die Pflege dieser Kapelle Wilhelm Albrecht von Kolowrat, dem obersten Richter des Königreiches und nahm sich selbst der benachbarten Kapelle an. Kolowrat stiftete eine beträchtliche Summe, und die Ausschmückung ging rasch voran. Sie wurde im Jahre 1670 beendet, doch die Malereien lösten sich, fielen ab und wurden deshalb bereits im Jahre 1677 durch neue ersetzt, die von Karel Daniel Komínek geschaffen wurden. Laut dem erhaltenen Vertrag malte Komínek im Jahre 1678 die „Schauseiten" (eher Altäre) in sämtlichen Nischenkapellen neu. Sein Werk blieb jedoch auch nicht erhalten. Über den Gemälden an beiden Seiten des Altars befanden sich die Wappen von W. A. von Kolowrat und von seiner Gattin Ludmila Eva Franziska Hyzrl von Chod. Das Altarbild „Verlobung Mariä" und die Bilder des hl. Johannes von Nepomuk und des hl. Antonius an den Seiten stammen aus dem Jahre 1873.Neben der Kapelle von Březnice befindet sich im Umgang die seit 1874 der Verkündigung an Maria geweihte Kapelle, die ursprünglich als Kapelle der Reinigung Mariä errichtet wurde.Für den Bau, der 1667 fertiggestellt wurde, kamen Franz Adam Loubský von Luby und seine Gattin Katharina Barbara, geb. Karel von Svárov, auf. An der Ausschmückung beteiligten sie sich finanziell nicht mehr. Diese Kosten übernahm Karl Ignaz von Sternberg zusammen mit seiner Gattin Polyxena Ludmila, geb. von Žďár (Saar). Ihr Allianzwappen befand sich in der Mitte oberhalb des Altarbildes. Die Stuckarbeiten stammen aus dem Jahre 1670, die Deckenmalereien entstanden vor 1672, im Jahre 1896 wurden sie von J. Mathauser übermalt. Das Altarbild zeigt die „Verkündigung an Maria", seitlich davon sind die Darstellungen der hl. Philomena und des hl. Joseph aus dem Jahre 1874.

Der Grundstein der achteckigen Eckkapelle der Schmerzensmutter, auch Kapelle von Březnice genannt, wurde im Jahre 1660 gelegt, und der Bau wurde vor 1665 beendet. Gestiftet wurde die Kapelle von der Herrin von Březnice, Ludmila Katharina Jeníšková von Újezd, geb. von Talmberg (die auch das Jesuitenkolleg in Březnice gründete). Sie wünschte es nicht, öffentlich als Mäzenin genannt zu werden. Deshalb war diese Kapelle die einzige, die mit keinem Wappen versehen war. Die Ausschmückung wurde vor 1667 fertiggestellt. Die Komposition der Stuckatur entspricht der in der Pilsner Kapelle und teilweise auch derjenigen in der Grotte der Maria Magdalena. Der Stuck wurde von G. B. Cometa aufgetragen. Wer die Malereien in den Stuckrahmen an der Decke gemalt hat, ist nicht bekannt („Beschneidung Jesu", „Flucht nach Ägypten", „Der zwölfjährige Jesus im Tempel unter Gelehrten", „Christus fällt unter dem Kreuz", „Pietà", „Grablegung Christi", „Soldaten bewachen das Grab Christi").

Die Kapelle im Westumgang neben der Kapelle von Březnice ist ebenfalls der Schmerzensmutter (auch Kreuzabnahme Christi) geweiht. Das Geld für den Bau stiftete Maxmiliana Veronika von Wratislaw, geb. von Švihov, noch vor dem Baubeginn im Jahre 1660. Sie starb jedoch im Jahre 1662, und die Finanzierung der Kapelle übernahm ihre Tochter aus der ersten Ehe, Eva Johanna, geb. von Sternberg, und ihr Gatte, Adam Matthias von Trauttmannsdorff. Auf dem Altar befanden sich deshalb ihre Wappen, die wiederholt (jedes zweimal) auch an der Decke vorkamen. Die Stuckatur stammt aus dem Jahre 1670, die Malereien dann aus dem Jahre 1671. Das Altarbild „Pietà" wurde 1872 von Fr. Herzog gemalt. An den Seiten befinden sich Stuckfiguren des hl. Wenzel und der hl. Ludmila.Die kleine achteckige Kapelle unter dem Glocketurm, auch Allerseelenkapelle genannt, ist der Muttergottes, Helferin der armen Seelen, geweiht. Die Kosten für den Bau übernahm Rosina Stockinger von Angerstock, die bereits im Jahre 1664 einen außergewöhnlich hohen Betrag stiftete. Die Stuckausschmückung wurde jedoch erst im Jahre 1676 von Santino Cereghetti und Antonio Soldati geschaffen. Die Deckenmalereien von Christian Dittmann entstanden sogar erst im Jahre 1687 („Das jüngste Gericht", „Sondergericht", „Guter Tod", „Plötzlicher Tod", „Hölle"). Diese Malereien gehören zu den wenigen, die trotz zahlreicher Restaurierungen ihre ursprünglich frühbarocke Prägung beibehalten haben, und bei denen noch Dittmanns Handschrift zu erkennen ist. Die Altarbilder „Kreuzigung Christi", „Hlst. Herz Jesu" und „Hlst. Herz Mariens" stammen aus dem Jahre 1881. Die Türen links und rechts neben dem Altar führen zur Krypta und auf den Turm. Die nächste Kapelle im Westumgang war ursprünglich die Kapelle des Todes Mariä, jetzt (etwa seit 1873) ist sie der Königin der Apostel geweiht. Für den Bau und die Ausschmückung dieser Kapelle stiftete im Jahre 1661 Adam Matthias von Trauttmannsdorff einen beträchtlichen Betrag, doch nach dem Tod seiner Schwiegermutter Maxmiliana von Wratislaw übernahm er im Jahre 1662 deren Kapelle (der Schmerzensmutter). Im Jahre 1664 überbrachte dann Nikolaus Alexius Vita von Rzavý das Geld für den Bau der Kapelle des Todes Mariä. Die Ausschmückung wurde im Jahre 1667 fertiggestellt. Der Schöpfer der Stuckatur ist offensichtlich der gleiche, der die Martinitzkapelle ausschmückte. In der Mitte des Altars über dem Altarbild befinden sich die Wappen des Vita von Rzavý und seiner Gattin Katharina Salomena Příchowská von Příchowicz. Die Farben der Wappen sind falsch gewählt, wahrscheinlich wurden sie bei einer späteren Renovierung geändert, die Wappenfiguren stimmen aber. Sie sind plastisch und blieben deshalb erhalten. Das Altarbild „Muttergottes, Königin der Apostel" und die Bilder des hl. Dominikus und hl. Alfons stammen aus dem Jahre 1873.Die Eckkapelle Mariä Himmelfahrt wird auch die Pilsner Kapelle genannt. Die Stadt Pilsen äußerte bereits im Februar 1660 den Wunsch, eine große Kapelle zu erbauen. Der Bau wurde im Jahre 1665 abgeschlossen, und im selben Jahr schuf der damals beste Stuckateur in Böhmen, Giovanni Bartolomeo Cometa, die Stuckausschmückung. Dies war sein erster Auftrag für den Heiligen Berg, wo er anschließend noch weitere fünf Kapellen ausschmückte. Die Deckenmalereien in der Pilsner Kapelle sind das einzige Werk von Giovanni Battista Colombo in Böhmen. Die beiden Gittertore fertigte J.J. Knobloch im Jahre 1713. Die Altarbilder des hl. Bartholomäus (Schutzheiliger von Pilsen), der Muttergottes von Pilsen und des hl. Nikolaus sind mit dem Jahr 1879 datiert.Direkt unterhalb der Pilsner Kapelle wurde im Hang die Kapelle der hl. Maria Magdalena errichtet. Sie ist von der äußeren Nordwestseite zugänglich. Künstliche Tropfsteine sollen hier die Illusion einer Grotte schaffen. Die Kosten für die Errichtung dieser Kapelle übernahm General Lacron (Joannes de Lacron) im Jahre 1665. Die Stuckausschmückung fertigte im Jahre 1666 G. B. Cometa, die Malereien stammen aus dem Jahre 1667 (Szenen aus dem Leben der hl. Maria Magdalena). In den Nischen stehen Statuen (Halbfiguren): In der Mitte oberhalb der Altarmensa ist es die hl. Maria Magdalena, seitlich der hl. Johannes der Täufer und die hl. Maria von Ägypten. Im Jahre 1886 wurden neue Statuen des hl. Ivan und der hl. Genovefa angeschafft.

Oberhalb der mittleren Nische, die oben mit einer großen Muschel abgeschlossen ist, tragen zwei Engel eine Stuckkartusche mit den gemalten Wappen der Stifter, des Generals Lacron und seiner Gattin Margareta Blandina, geb. Söldenegg von Söldhoffen.Im Nordumgang, in der Nähe der Pilsner Kapelle, befindet sich die ursprünglich der Krönung Mariä geweihte Kapelle, die jedoch seit den siebziger Jahren des 19. Jh. die Weihung Mariä Himmelfahrt trägt. Die Mittel für den Bau und die Ausschmückung widmete Franz Leopold Račín, einer der freigiebigsten Gönner dieses Wallfahrtsortes. Er starb am 3. Dezember 1672, doch der Nordumgang wurde erst im folgenden Jahr fertiggestellt. Die Ausschmückung seiner Kapelle erlebte er also nicht mehr. Der Altar und die Stuckatur des flachen Altarraumes wurden vor 1677 geschaffen. In diesem Jahr malte dann Karel D. Komínek die Altarbilder. Über den Gemälden seitlich des Altares befanden sich in Stuckkartuschen mit Krönchen die Wappenschilde des Fr. Leopold Račín und seiner Gattin Dorothea Ludmila Chotouchovská von Nebovidy. Die Kosten für die Stuck- und Gemäldeausschmückung dieses Kapellenraumes mit dem von Gurtbögen umrahmten Gewölbe, das 1690 geschaffen wurde, trug Jiří Račín (Stiefbruder des Gründers). Die Stuckarbeiten stammen von Santino Cereghetti. Auf dem Altar befindet sich das Bild „Mariä Himmelfahrt" und seitlich die Darstellungen der hl. Agnes von Prag und des hl. Klemens Maria Hofbauer aus dem Jahre 1876. Noch bevor man mit dem Bau des Nordumgangs begonnen hatte, überlegte man, ob die hier geplante Kapelle nicht der Muttergottes, Zuflucht der Sünder, geweiht werden sollte. Bereits in den Jahren 1662 bis 1664 schenkte Václav Čábelický einen hohen Geldbetrag für den Bau dieser Kapelle. Nach der Fertigstellung im Jahre 1673 wurde sie jedoch der S. Maria de Victoria geweiht, und die Kosten für die Ausschmückung übernahm der berühmte General Johann Sporck. Die Stuckdekoration mit Trophäen- und Waffendarstellungen fertigte Santino Cereghetti im Jahre 1674. Die Bilder mit den Darstellungen der siegreichen Schlachten gegen die Türken malte im gleichen Jahr Jiří Filip Mazanec (damals bereits Hofmaler). In der Mitte des Gewölbes wächst aus einer Blüte eine Halbfigur eines Kindes in Soldatentracht mit Helm, einem Schwert in der rechten und einem Türkenkopf in der linken Hand. Es ist eine Wappenfigur der Familie Sporck, die über den Mäzen aussagt. Eine Söldnerfigur mit Schwert und Schild, auf dem ein Türkenkopf abgebildet ist, befindet sich auch über dem Altar. Seitlich des Altarbildes „Krönung Mariä" sieht man die Bilder der hl. Theresa von Avila und des hl. Gerhardus, die mit dem Jahr 1881 datiert sind; in demselben Jahr wurde die Kapelle erneut als Krönungskapeffe geweiht.Die letzte achteckige Kapelle in der nordöstlichen Ecke hat ebenso wie die Pilsner Kapelle ein Obergeschoss und wird Kapelle von Mníšek genannt. Sie wurde von Servatius Engel von Engelsfluss, Herr auf Mníšek, gebaut und der Unbefleckten Empfängnis Mariä geweiht. Der Bau wurde im Jahre 1667 und die Ausschmückung im Jahre 1671 beendet. Die steinernen Portale schuf der Steinmetz Paul Graffnetter im Jahre 1705. Die beiden Gittertore fertigte J. J. Knobloch in den Jahren 1712-1713. Die Deckengemälde wurden vor dem Zweiten Weltkrieg von Karel Brázda übermalt. Auf dem Altarbild, das 1871 von J. Umlauf gemalt wurde, ist der vor der Muttergottes kniende hl. Johannes von Nepomuk dargestellt. Oberhalb der Tür an der Südseite findet man in einem Stuckrahmen das gemalte Wappen des Stifters Servatius Engel und seiner Gattin Katharina Ludovica, geb. Rettling von Rettinger. An der Westseite befindet sich dann das Wappen des Johann Karl von Unwerth, des Erben des Besitzes Mníšek im 18. Jh. Die breite, an den Seiten offene Treppe, die zur östlichen Loggia führt, wurde im Jahre 1672 erbaut. 

Damals gab es die Terrasse noch nicht. Laut erhaltener Verträge mit den Steinmetzen wurde nach einer entsprechenden Gestaltung des Geländes in den Jahren 1698 bis 1707 eine aus Stein gemauerte Stützmauer und weitere Treppen an der Nord-, Süd- und Westseite gebaut. Die Terrasse wurde gepflastert und rundum mit einer Balustrade versehen. Diese Baumaßnahmen wurden von den Steinmetzen Paul Graffnetter und Franz Herstorffer durchgeführt. Die quaderförmigen Postamente der Balustrade wurden mit Statuen und Vasen bestückt. Die Statuen stellen Heilige und Engel dar, die jeweils eine Kartusche mit der Darstellung einer Gnadenstatue oder eines Gnadenbildes Marias von verschiedenen Wallfahrtsorten in Böhmen halten. Auf den Brüstungen der drei Treppenaufgänge stehen ebenfalls Engelstatuen und Vasen. An der Ostseite sind es (vom Norden angefangen): hl. Johannes Evangelist (in den Sockel ist das Wappen der Familie Talacka von Ještětice gemeißelt), Engel und die Muttergottes von Kájov, hl. Joachim mit dem Mädchen Maria, Muttergottes von Bechyně, Erzengel Gabriel, Muttergottes von der Verkündigung, Muttergottes von Alzbunzlau, der hl. Joseph mit dem kleinen Jesus, Muttergottes von Maria Kulm, der hl. Johannes der Täufer mit dem Lamm. An der Südseite: Muttergottes von Družec, die hl. Ludmila, Muttergottes von Zbraslav, der hl. Wenzel, Muttergottes von Budweis, der hl. Prokop - auf der Treppe Engel mit Fackel und Engel mit Weihrauchfass - der hl. Adalbert, Muttergottes von Wyschehrad, der hl. Timotheus, Muttergottes von Schüttenhofen

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