Vaše prosba k Panně Marii Svatohorské

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13. června 2010

Gott setzt keine Krone auf einen Gipskopf mit einer Perücke auf

P. Stanislav Přibyl, CSsRPredigt zum Anlass der Krönungsfeier
Das Hochamt um 9 Uhr wurde vom Erzbischof Diego Causero, dem Apostolischen Nuntius in der Tschechischen Republik, gefeiert.

 

Ihre Exzellenz, lieber Apostolischer Nuntius, liebe Freunde, liebe Pilger aus Tschechien, aus Bayern, aus der Slowakei, aus Italien und aus anderen Ecken und Enden der Welt,

es ist der feierliche Tag für den Heiligen Berg, an dem die Krönungsfeier stattfindet, gekommen. In diesem Jahr wird dieses Hochfest an unserem Wallfahrtsort schon zum zweihundert achtundsiebzig Mal gefeiert.

Das Hochfest bezieht sich auf die Krönung der Gnadenstatue der Jungfrau Maria vom Heiligen Berg. Es geht um eine altertümliche Tradition, mittels derer wir Katholiken Ehre der Muttergottes erweisen und sie für unsere Königin erklären wollen.

In vielen Fällen gibt es ein Paar der Festtage, die unserem Herrn Jesus und der Jungfrau Maria geweiht sind. Genauso ist es bei uns in diesen Tagen. Am Freitag feierten wir das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, gestern den Gedenktag des Unbefleckten Herzens Mariens. Wir feiern die Geburt Christi und das Fest Mariä Geburt. Es gibt auch das Hochfest Christkönig und den Gedenktag Mariä Königin.

Wollen wir so die Jungfrau Maria mit Jesus Christus, dem Gottessohn, gleichstellen? Auf keinen Fall! Mit diesen parallelen Festen wollen wir darauf hinweisen, dass die Jungfrau Maria die treuste Apostelin Jesu Christi ist. Ihr Schicksal ähnelt dem Schicksal des Gottessohnes, von der Empfängnis bis zur Verherrlichung in der Nahe Gottes. Ein anderes Paar der Feste macht uns allerdings darauf aufmerksam, dass es klar zu unterscheiden ist. Während wir Christi Himmelfahrt feiern, gibt es die Aufnahme Mariens in den Himmel. Was Gott aus eigener Macht tut, wird der Jungfrau Maria als Gnade gegeben.

Die Muttergottes ist für uns Menschen ein Vorbild. Sie war nichts anderes als ein Mensch. Das, was sie außergewöhnlich macht, sind ihre Aufgabe in der Geschichte der Erlösung und ihre Gaben, die sie von Gott zur Erfüllung dieser Aufgabe erhielt. So wird sie völlig das zu folgende Ideal und zeigt uns, welche Hoheit derjenige erreichen kann, der sich Gott hält.

Sich Gott zu halten, ist nicht nur eine Bemühung um die persönliche Erlösung. Selbstverständlich streben wir letztendlich danach, wie man sagt, in den Himmel und nicht in die Hölle zu kommen. Ebenfalls wird gesagt, dass man in die Hölle allein, in den Himmel jedoch nur mit den anderen Menschen kommt. Und so ist unser Leben kein isoliertes Ereignis. Es ist allerdings im Kontext des Ortes und der Zeit, in der wir leben, eingebaut.

Vielleich klagen wir oft darüber, dass die Welt schlimm und verdorben ist, und vergessen nicht hinzufügen, dass es besser war, als wir jung waren. Ja, es kann wahr sein. In diesem Augenblick vergessen wir jedoch eine sehr wichtige Tatsache: Wir sind von Gott gesendet, um hier und jetzt zu leben. Uns wird keine ideale (nicht einmal die virtuelle) Welt und Zeit vergönnt. Das Träumen von den guten alten Zeiten heißt, in den Kategorien der Ritterromane und Märchen zu denken. Weder treffen wir eine Prinzessin, noch geraten wir in die Zeiten, in denen Steine in Gold verwandelt werden, oder wie wir es anders wünschten. Bleiben wir diejenigen, die wir sind, und leben wir hier und jetzt, wie wir bisher lebten, in Freud und Leid, die uns so gut bekannt sind. Unter diesen Bedingungen können wir den Siegeskranz verdienen, wir können unser Leben, wie die Jungfrau Maria, krönen. Sie war keine Miss, die durch Kosmetik verschönert, durch Werbung bekannt und mit dem Computer verbessert wurde. Sie war eine einfache Frau, die in keiner leichten Zeit und unter keinen einfachen Umständen lebte. Sie krönte ihr Leben, indem sie ehrlich lebte. Darin besteht die Schönheit des Menschen, wie Gott sie vorhatte: wenn wir an unserem Ort leben und ihn nicht verlassen, um zu irgendwelchen virtuellen Realitäten oder zu Luftschlössern zu fliehen. Wie schön ist unser Land, das durch so vielen Kirchen, Kapellen, Wegkreuze und Statuen geprägt ist! Wie schön ist es, hier und in dieser Zeit zu leben!

Die Botschaft der Gekrönten Jungfrau Maria und also auch die Botschaft dieses Hochfestes und dieses Wallfahrtsortes zum Heiligen Berg heißt: Die Krone ist mittels eines treuen Lebens zu erreichen, in dem wir alles, was uns trifft, für eine manchmal auch ganz schwierige Schule Gottes halten. Es ist ein Leben mit den Füßen auf Boden, aber mit dem Herzen im Himmel. Das heißt dort, wo derjenige ist, der uns liebt und zu dem wir das Gebet sprechen: „Bilde unser Herz nach deinem Herzen." Gott setzt die Krone auf keinen Gipskopf mit einer Perücke, sondern auf den Kopf des Menschen auf. Auf den Kopf, der oft vor Sorgen grau ist, der allerdings aufgrund des als eine Gelegenheit erlebten Lebens doch schön ist.

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