Vaše prosba k Panně Marii Svatohorské

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27. června 2006

Echtes Marienwetter

Pavel ŠmolíkIch gehe morgens zur Messe und auf dem Weg schaufle ich mir mehrmals Schnee in die Schuhe. Das ist mein eigener Fehler. Im Winter sollte man schließlich keine niedrigen Schuhe tragen. Als Krönung meines morgendlichen Gangs rutsche ich nach der Messe um sechs schön auf dem Rücken die Treppen von der Basilika zum Kreuzgang hinunter. Bei der Messe um sieben kann ich nicht von der Orgel aufstehen. Der Tag fängt ja schön an. Als ich zur nächsten Messe gehe, reden die Damen darüber, dass wahrscheinlich nur wenige kommen werden, bei dem Wetter muss man sich nicht wundern.
Ich gehe morgens zur Messe und auf dem Weg schaufle ich mir mehrmals Schnee in die Schuhe. Das ist mein eigener Fehler. Im Winter sollte man schließlich keine niedrigen Schuhe tragen. Als Krönung meines morgendlichen Gangs rutsche ich nach der Messe um sechs schön auf dem Rücken die Treppen von der Basilika zum Kreuzgang hinunter. Bei der Messe um sieben kann ich nicht von der Orgel aufstehen. Der Tag fängt ja schön an. Als ich zur nächsten Messe gehe, reden die Damen darüber, dass wahrscheinlich nur wenige kommen werden, bei dem Wetter muss man sich nicht wundern.Einige Wochen später taut der Schnee. Überall ist Wasser, Matsch, aber wenigstens sage ich mir, es gibt kein Glatteis mehr. Mittlerweile habe ich auch die hohen Schuhe, die ich nun nach jedem Tragen sauber machen darf. Na was soll’s, wenn’s nicht anders geht. Nach der heiligen Messe beschwert sich ein ziemlich junges Ehepaar über den Matsch: „Wenn wenigstens Schnee läge, aber dieser Morast überall“…Im Mai habe ich bereits alle Hände voll damit zu tun, die Musik für das Krönungsfest vorzubereiten. Auch deshalb schaffe ich alles gerade so. Hauptsächlich die regelmäßigen Pflichten passen plötzlich kaum noch in meinen Zeitplan. Und so komme ich gerade noch rechtzeitig zur Maiandacht. Ein Frühlingsregen hat mich durchgeweicht bis auf die Haut. Ohne Schirm in den Regen zu gehen, wem fällt denn so was ein? Aber wenn man in Eile ist… Und in der Kirche? Die Menge kommt mir entgegen (zur Maiandacht bleiben sie nicht, weil sie zum Bus müssen, ein Film im Fernsehen läuft, wer wird schon eine Statue küssen) und ereifert sich über das Wetter: „Das ist ja das reinste Aprilwetter. Das ist überhaupt kein Marienwetter, das sollte eigentlich schön sein“!Das richtige Marienwetter lässt auch beim Wallfahrtsfest auf sich warten. Den ganzen Tag über regnet es stark, die Abendvigil wird beim Krönungsaltar gehalten. Es sind nur wenige Leute da. Auch während der Messe regnet es, und so haben wir unsere Zweifel daran, dass der Umzug wirklich ein „Lichterumzug“ wird. Wahrscheinlich wird es eher ein „zischender“ und „erlöschender“ Umzug werden. Während des Umzugs fällt jedoch kein einziger Tropfen. Gleich danach gießt es allerdings wieder wie aus Kannen. Die Meinungen der anderen über das Wetter gehen diesmal an meinen Ohren vorbei. Trotz dieses Sturzregens habe ich wahrscheinlich nie eine bessere Wallfahrt erlebt. Und so sage ich mir: Was ist das eigentlich, das echte Marienwetter?

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